Recup – Der nachhaltige Kaffeebecher to go

Ein Kaffee Togo bitte – Zack – Becher in der Hand. Manchmal muss es schnell gehen. Manchmal brauche ich einfach einen Kaffee. Auf dem Weg zum Kundenmeeting zum Beispiel, wenn ich morgens so früh raus musste, dass ich auf den morgendlichen Kaffee zugunsten weiterer gemütlichen Minuten im Bett verzichte. Also gehe ich zum Bäcker oder zum nächsten Café, am besten irgendwo am Bahnhof, und bestelle mir unterwegs einen Kaffee. Aber was, wenn ich keine Zeit habe, den Kaffee vor Ort zu trinken? Was, wenn meine Bahn gleich kommt oder der Kunde wartet? Dann muss der Kaffee in den To Go-Becher und ab auf die Hand. Auf der Hand liegt allerdings auch das Problem. Nach zehn Minuten ist der Kaffee ausgetrunken, der Becher wertlos und bereit vom nächstgelegenen Mülleimer verschluckt zu werden. Das war ein kurzes Leben für den Kaffeebecher, kürzer als das Leben einer Eintagsfliege. Und hinter diesem kurzen und im Nachhinein betrachtet recht sinnlosem Leben steht ein Haufen Arbeit von Rohstoffbeschaffung über Anfertigung und Transport zu Groß- und Einzelhändler bis in meine tollpatschigen Hände. Warum also den Kaffeebecher to go nicht mehrfach verwenden? Dann lohnt sich der Aufwand wenigstens!

Mehrweg statt Einweg

„Zero Waste“ ist der aktuelle Trend unter den Anhängern der Nachhaltigkeit. Also möglichst wenig bis gar keinen Müll verursachen. Und das mit gutem Grund. Denn Dinge mehrfach zu benutzen oder einfach gar nicht erst zu benutzen, wie die berühmte Plastiktüte oder den Pappbecher to go, führt dazu, dass langfristig weniger Nachfrage herrscht, weniger produziert wird und weniger Müll wiederverwertet oder entsorgt werden muss – und damit weniger Müll existiert, der überhaupt im Meer und in der Natur allgemein landen kann. Go Mehrweg!

nachhaltige alternative zum kaffeebecher

Laut einer Statista Umfrage aus dem Jahr 2016 kaufen 74% der Deutschen manchmal oder häufig einen Coffee-to-go. Eine weitere Umfrage aus 2017 besagt, dass nur 7% es für sehr unwahrscheinlich halten, ihren Kaffee für unterwegs aus Mehrwegbechern zu trinken. Der weitaus größere Teil ist demnach einem Mehrwegbecher grundsätzlich nicht abgeneigt und da kommt Recup ins Spiel! Das Münchner Startup hat ein Mehrwegpfandsystem für den Kaffeebecher to go entwickelt. Das Prinzip ist denkbar einfach: In einem teilnehmenden Geschäft leihe ich mir als Kaffeetrinker einen Recup-Becher, zahle 1 EUR Pfand und erhalte im besten Fall noch einen Preisnachlass auf meinen Kaffee. Ich kann den Recup-Becher entweder behalten und immer wieder mitnehmen oder ich gebe ihn später bei einem Partner-Café in meiner Nähe zurück. Ich bekomme den Euro wieder und der Becher bekommt ein neues Leben. Kein Müll = Umwelt glücklich = Elisa glücklich. So einfach kann es manchmal sein.

Warum du immer noch zu Pappbechern greifst

„Aber wenn ich einen Papp-Kaffeebecher nehme, dann habe ich nicht das Problem, dass ich wieder an dem Laden vorbei rennen muss, um den blöden Pfandbecher abzugeben.“ Das, lieber Leser, das sind eklig-stinkende Faulheitsgedanken, vor denen auch ich nicht sicher bin. Gedanken, die entstehen, weil ich auf einmal meine Gewohnheiten ändern soll und schlichtweg zu faul dafür bin. „Aber ich schmeiße meinen Müll doch immer brav in den Mülleimer.“ Löblich. Besser als auf die Straße zu werfen ist dies allemal. Das heißt aber nicht, dass der Becher dann weg-weg ist. Er ist nur „Aus den Augen, aus dem Sinn“-weg. Also: Back to the roots. So wie Oma damals. Die hat ihren Kaffee noch nie aus Pappbechern getrunken. Und ein bisschen Nostalgie schadet nie. Go Mehrweg.

Wo bekomme ich den Recup-Kaffeebecher to go?

Der Recup-Becher ist in zwei Größen erhältlich: 0,3 l und 0,4 l. Er ist leicht, aber robust und besteht aus 100% recycelbarem Kunststoff. Mir persönlich gefallen die Städtebecher besonders gut. Mit illustrierten Sehenswürdigkeiten der Stadt und einer der Region angepassten Begrüßung ist das Design ein nettes Extra, das dem Becher noch mehr Charme verleiht. In welchen Städten und vor allem in welchen Cafés in deiner Nähe der nachhaltige Kaffeebecher to go erhältlich ist, kannst du auf der Website über eine interaktive Karte einsehen oder aber in der App für dein Smartphone. Die Anzahl der teilnehmenden Cafés lässt sicher noch viel Luft nach oben, aber dafür, dass Recup nach der ersten Testphase erst im Mai 2017 offiziell mit dem operativen Geschäft begonnen hat, kann sich die Abdeckung in den Großstädten sehen lassen. Und wenn du jetzt selbst Cafébesitzer bist und denkst: „Mensch, das will ich meinen Kaffeenasen auch bieten!“ – Hörer in die Hand nehmen und Recup anrufen. Ich sag ja: Es kann so einfach sein.

Aber…

So toll das Mehrwegsystem auch ist, ein Problem bleibt: Der Recup-Kaffeebecher wird erst mit einem klassischen To-Go-Plastikdeckel auslaufsicher. Dieser Deckel landet nach der Benutzung nach wie vor im Müll. Wenn du also mit deinem Kaffee to go Nullkommanull Müll verursachen willst, gibt es genau drei Möglichkeiten. Wofür entscheidest du dich?

Option 1.

Du trinkst deinen Kaffee doch zu Hause.

Option 2.

Du verzichtest auf den Deckel, was in Bus und Bahn jedoch mit einem gewissen Risiko zur Selbstbeschmutzung behaftet ist.

Option 3.

Du bringst deinen eigenen auslaufsicheren Becher mit.

mehrweg kaffeebecher to go

Mein Fazit

Recup ist eine tolle Alternative zum herkömmlichen Kaffeebecher to go aus Pappe und Kunststoff. Wenn also gerade wieder mal der eigene Thermobecher im Küchenschrank zu Hause den Tag verschläft, kann ich unterwegs auf das Recup-Pfandsystem zurückgreifen und mir einen Becher leihen. Es ist immerhin ein Ausweg. Noch lieber allerdings trinke ich meinen Kaffee zu Hause oder in Ruhe im Sitzen im Café, im Büro oder eben im Kundenmeeting. Ich zähle zu den 56% der Deutschen, die sich nur manchmal einen Kaffee unterwegs gönnen. Aber wenn doch, dann habe ich eine nachhaltige Alternative zum kurzlebigen Kaffeebecher to go. Danke Recup!

Recup – Der nachhaltige Kaffeebecher to go
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2 Gedanken zu „Recup – Der nachhaltige Kaffeebecher to go

  • 12. November 2017 um 21:17
    Permalink

    Kann man zu dem Mehrwegbecher keinen Mehrwegdeckel (Silikon?) anbieten???

    Antwort
    • Elisa
      14. November 2017 um 19:07
      Permalink

      Ich habe gehört, dass Recup bereits an einer Lösung daran arbeitet! Sicher wird es hier schon bald Neuigkeiten geben 🙂

      Antwort

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